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Diabetes geht uns alle an!

Obwohl Deutschland europäischer Spitzenreiter in Bezug auf Diabetes-Erkrankungen ist, glauben sehr viele Menschen, Diabetes gehe sie nichts an. Tatsache ist aber, dass fast jeder 13. Bürger an Diabetes erkrankt ist. Es wurde in letzter Zeit immer wieder von einer Diabetes-Epidemie gesprochen. Deshalb ist es dringend notwendig, sich intensiv mit der Insulinfrage zu beschäftigen.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft plädiert dafür, die Erforschung der Volkskrankheit Diabetes zu intensivieren. Professor Dr. Matthaei ist überzeugt: „Wir müssen neue Wege in Prävention und Therapie gehen, um die Diabetes-Epidemie in den Griff zu bekommen. Es zeichnet sich ab, dass wir noch passgenauer, individuelle Maßnahmen in der Lebensstilberatung und bei der Ernährungsumstellung benötigen."

Fatal ist, dass sich Diabetes schleichend entwickelt, deshalb soll dieses Buch, insbesondere auch im Hinblick auf unseren Stoffwechsel, etwas präziser die Zusammenhänge aufzeigen und auch einen Beitrag dazu leisten, dass die Diabetes-Epidemie ihre Schrecken verliert, weil genügend Einsicht da ist, doch die Ursachen zu erkennen und auch den Mut zu haben, die Grundübel zu beseitigen.

Die Folgeschäden durch Diabetes, insbesondere auch das Metabolische Syndrom, sind ja nicht harmlos und stellen auch eine enorme Belastung für die Gesellschaft und auch für das Gesundheitswesen dar. Da Diabetes vor allem eine Folge des sesshaften Lebensstils ist, kann ein medizinischer Ansatz allein nicht die Lösung bringen. Da heute mehr Fleisch, mehr Fett und mehr Zucker gegessen Nerven, aber auch der größeren Gefäße am Herzen, den Füßen sowie die Nerven werden geschädigt.

Durch die veränderte Stoffwechselsituation werden mehr schädliche freie Radikale gebildet, als bei gesunden Personen. Deshalb ist es wichtig, auch im Sinn der Gesundheitsvorsorge große Rücksicht auf die Bauchspeicheldrüse zu nehmen, denn sie ist nicht nur für Insulin verantwortlich, sondern auch zusammen mit der Leber zu einem großen Teil für den gesamten Stoffwechsel.

Unsere Ernährung ist in der Regel zu süß, zu fett und zu üppig. Alkohol und Genuss-Stoffe schaden der Bauchspeicheldrüse sowie auch dem Leber-Gallesystem. Sowohl Galle wie auch die Fermente der Bauchspeicheldrüse können nicht voll aktiv einsetzen, wenn der Dünndarmsaft und die Darmbakterienflora nicht in Ordnung sind. Insulin kann das Gedächtnis und die Lernfähigkeit und die allgemeine Gehirnfunktion weitaus stärker beeinflussen, als bisher angenommen. Nervenzellen, wie auch alle anderen Zellen, brauchen das Insulin, um Glukose zu verarbeiten. Unser Gehirn braucht am meisten Glukose. Deshalb können Störungen des Blutzuckers und des Insulinhaushaltes gefährlich werden für Körper und Geist.

Menschen, die viel Eiweiß, insbesondere tierisches Eiweiß essen, riskieren, dass der Körper das überschüssige Eiweiß in den Kapillaren ablagert, wodurch eine Verengung der Poren in den Blutgefäßen entsteht. Dies kann sich verhängnisvoll für die Zellen auswirken, denn der Nährstrom wird behindert. Eines der größten Moleküle des Nährstoff-Stromes ist das Insulin. Deswegen ist es das Erste, das durch die Verdickung der Kapillar- Basalmembran zurückgestaut wird, so dass der Insulinspiegel des Blutes ansteigen kann. Der Gewebespiegel des Insulins sinkt und die Zellen bekommen zu wenig Insulin, was in Richtung Diabetes läuft.

Wenn das Blut durch die Aufnahme von zu viel Eiweiß dick und trübe wird, fließt es langsamer durch die Blutgefäße und die Folge ist dann erhöhter Blutdruck. Durch zu viel tierische Eiweißkost wird die Übersäuerung des Gewebes gefördert, was eine zusätzliche Histaminreaktion auslösen kann und damit können auch Entzündungen entstehen. Wenn die Blutzuckerwerte längere Zeit gefährlichen Schwankungen unterliegen, kann die Bauchspeicheldrüse versagen und erhöhter Blutzucker kann Hirngefäße schädigen, was zum Erliegen der Nierenfunktion führen kann. Außerdem können Methioninreiche Lebensmittel, hier sind insbesondere Fleisch- und Wurstwaren zu nennen, die Homocysteingefahr noch begünstigen.

Wenn wir, nach den Empfehlungen von Dr. Mendelsohn, den Stoffwechsel in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, so erkennen wir, dass wir eigentlich jeden Tag im Diabetes-Milieu leben. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn wir uns auf der einen Seite bewusst werden, wie gesund-erhaltend ein normaler Stoffwechsel ist; den wir durch unsere Ernährungs- und Lebensweise bestimmen können. Auf der anderen Seite müssen wir auch erkennen, dass gerade durch einen vermehrten Verzehr von Zucker und isolierten Kohlenhydraten der Blutzuckerkreislauf gestört wird, mit fatalen Folgen; aber auch durch zu viel Eiweißverzehr ein Fäulnismilieu geschaffen wird.

So gibt es auch ein Zusammenwirken von verschiedensten negativen Reaktionen, wir wir sie auch schon im Metabolischen Syndrom kennengelernt haben. Eigentlich ist Jeder von uns bedroht und deshalb ist es vielleicht eine Hilfe, dies noch kurz zu erwähnen.

Das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, sowie Insulinresistenz, kann zu schweren Gefäßerkrankungen führen. Das Problem ist, dass diese Erkrankungen am Anfang meist ohne Schmerzen und akute Symptome verlaufen; aber sie beeinflussen sich gegenseitig negativ.

Zum Ersten ist bei den Betroffenen in der Regel zu viel Feit in der Bauchhöhle, sie sind übergewichtig, und dies ist meist mit Bewegungsmangel verbunden. Zum Zweiten besteht eine Insulinresistenz. Schlussendlich zirkulieren zu viel freier Zucker und freie Fettsäure im Blut mit der Folge von Gewebe- und Kalkablagerungen in den Gefäßen. Zum Dritten fließt bei den Betroffenen das Blut mit einem erhöhten Druck durch die Gefäße. Es kommt dadurch zu einer Minderung der Elastizität der Gefäßmuskulatur. Zum Vierten sind noch die Fettstoffwechselstörungen zu erwähnen, insbesondere das Cholesterin. Wenn das Antioxidantienangebot im Körper zu schwach ist, um freie Radikale in Schach zu halten, besteht die Gefahr, dass Cholesterin ranzig und damit klebrig wird und sich an den Innenwänden der Blutgefäße absetzt.