INSTITUT INTERNATIONAL

Die Bedeutung der Antibiotika

Nur 40% der Europäer wissen, dass Antibiotika gegen Viren wirkungslos sind

 

  • Lungenentzündung ist auch heute noch die tödlichste Infektionskrankheit weltweit, die jedes Jahr rund 3,5 Millionen Menschenleben fordert. Bei Laborproben erweisen sich bis zu 70% der für Infektionen im Brustraum – einschließlich Lungenentzündung – verantwortlichen Erreger als resistent gegen eines oder mehrere Antibiotika.

  • Schätzungen zufolge werden etwa 60% der Antibiotika in der Humanmedizin gegen Infektionen der oberen Atemwege verschrieben, obwohl die überwiegende Mehrheit durch Viren verursacht ist – gegen welche Antibiotika wirkungslos sind.

  • In den 90er Jahren tauchte die Tuberkulose wieder als eine der weltweit führenden Todesursachen auf und ist heute für jährlich etwa 1,5 Millionen Todesfälle verantwortlich. Die Situation ist besonders ernst in armen Ländern, wo die Ausbreitung der Krankheit mit der AIDS-Epidemie einhergeht. Zudem führt eine schlechte Behandlungsbefolgung zum raschen Auftauchen multiresistenter Stämme.

  • In den entwickelten Ländern gehen bis zu 60% der im Krankenhaus übertragenen Infektionen auf das Konto medikamentenresistenter Mikroben. Als letzte sind kürzlich vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA) aufgetaucht. Die Krankenhausinfektionen beginnen, auf die allgemeine Bevölkerung überzugreifen.

  • Fast die Hälfte aller verwendeten Antibiotika dient entweder zur Behandlung kranker Tiere, als Wachstumsförderer oder zur Zerstörung verschiedener Erreger in Nahrungsmitteln. Die kontinuierliche – oft niedrige – Dosierung begünstigt die Entwicklung von Resistenzen bei Bakterien in oder nahe bei Viehbeständen und kann neue resistente Stämme entstehen lassen, die fähig sind, vom Tier auf den Menschen „überzuspringen". VRE ist ein Beispiel eines resistenten Bakteriums, das bei Tieren aufgetaucht und möglicherweise bereits auf die Menschen übergesprungen ist.


Die Herausforderung aufgreifen

Die Verletzlichsten tragen das höchste Risiko
Die Kombination von Patienten mit geschwächtem Immunsystem, langfristiger Einnahme von Infektionshemmern und Kreuzinfektionen hat zu nosokomialen Infektionen mit hoch resistenten Erregern geführt. Dazu gehören insbesondere vancomycinresistente Enterokokken (VRE) und methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sowie gewisse schwere Pilzinfektionen.

Kinder sind besonders anfällig für Infektionen der Atemwege, aber wegen des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika bei deren Behandlung werden moderne Kindertagesstätten immer mehr zu Hot-Spots für das Auftauchen und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen. Ähnlich entpuppen sich Langzeit-Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen zunehmend als Reservoirs resistenter Bakterien, da diese Patienten sich oft während ihrer häufigen Krankenhausaufenthalte anstecken.

Das EURIS-Projekt versucht herauszufinden, wie resistente Stämme von Streptococcus pneumoniae bei Kindern, die Tagesstätten besuchen, vermindert werden könnten, indem es die Auswirkungen verschiedener Interventionsstudien in vier europäischen Ländern vergleicht und für Entscheider im öffentlichen Gesundheitswesen eine „beste Praxis" der Resistenzkontrolle bei Atemwegsinfektionen von Kindern entwickelt.

Das ARPAC-Projekt sammelt Daten zu dem Antibiotikakonsum und der Resistenz der Erreger, um harmonisierte Strategien für die Vorbeugung und die Kontrolle von Antibiotikaresistenzen in europäischen Krankenhäusern zu entwickeln.

Pseudomonas aeruginosa ist eine verbreitete und besonders gefährliche Ursache nosokomialer Infektionen. Das Pseudomonas-Virulenz- Projekt zielt auf die Entwicklung neuer, auf DNA-Chip-Technologie beruhender diagnostischer Tests ab und versucht, Virulenz- und Resistenzfaktoren zu identifizieren, um bessere Maßnahmen für die Infektionskontrolle in Krankenhäusern zu entwickeln. Die Ergebnisse könnten auf viele andere menschliche Krankheitserreger übertragen werden.

Die Tuberkulose schlägt zurück

Multiresistente Tuberkulose (MDR-TB) wird zunehmend in weiten Teilen der Welt gefunden, insbesondere in Osteuropa, Afrika und Asien. Vordem wirksame und preisgünstige Medikamente müssen heute ersetzt werden durch aufwendige, langwierige Behandlungen, die hundertmal teurer sind.
Das X-TB-Projekt stellt einen integrierten Ansatz dar, der zwecks Entwicklung neuartiger Medikamente und neuer therapeutischer Wirkstoffe für die Behandlung von Tuberkulose Proteomik mit struktureller und funktioneller Genomik verbindet. Das Ziel des Dissam-Projekts liegt in der Entwicklung schneller und hoch sensitiver Diagnosetests zur Identifizierung und Charakterisierung multiresistenter Tuberkulosestämme.

Der mikrobiellen Resistenz auf der Spur

Infektionskrankheiten nehmen keine Rücksicht auf Grenzen – ebenso wenig wie die Erregerstämme, die sie verursachen. Unser heutiges Wissen reicht nicht aus, um das Auftreten und die Ausbreitung der Antibiotikaresistenz, die sich in den EU-Mitgliedstaaten – genau genommen weltweit – entwickelt, vorauszusehen oder zu verhüten. Ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen hinter diesen Phänomenen ist entscheidend für die Entwicklung einer Langzeitstrategie gegen Medikamentenresistenz.
Das DEAR-Projekt befasst sich mit der Dynamik der Evolution der Resistenz gegen antimikrobielle Medikamente – zum Beispiel die Wirkungen unterschiedlicher Antibiotika-Dosierungsschemata.

Antibiotika in der Tierzucht

Das Auftauchen von Antibiotikaresistenz in der Veterinärmedizin und der Landwirtschaft scheint ähnlich abzulaufen wie beim Menschen. Große Mengen anti-infektiöser Medikamente werden nicht nur zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt, sondern auch als übliche Futterzusätze zur Vorbeugung von Infektionen. Ein wichtiger Fortschritt, mit dem die Europäische Union diesbezüglich an die Weltspitze vorrückt, ist ein neues Gesetz, das bei Menschen verwendete Antibiotika von der Nutzung als Wachstumsförderer in der Tiernahrung verbietet.
In der CREAM-Studie wird eine tragbare Einsteck-Patrone für die Vor-Ort-Kontrolle von Antibiotikarückständen in der Milch entwickelt. Synthetische, molekular geprägte Polymerkügelchen bilden die Erkennungselemente, während der Nachweis durch Fluoreszenz erfolgt.

Eine Alternative wäre z.B., wenn man sich mit natürlichen Präparaten auseinander setzen würde, welche eine Vor-Ort-Kontrolle auf Antibiotikarückstände nicht mehr notwendig macht! Dazu könnte ein Hygienemittel auf Grundlage einer Naturkristallsole, Siliziumionen, dynamisiertem Wasser und Edelsteinessenzen eine alternative Möglichkeit darstellen.

Am Ball bleiben

Unter dem Fünften Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (1999-2002) der Europäischen Kommission wurden über 50 Millionen € für Projekte rund um das Problem der antimikrobiellen Resistenz eingesetzt. Wir haben einzelne Projekte herausgegriffen, um Breite und Tragweite der auf diesem Gebiet laufenden Forschung in Europa zu illustrieren.
Der Weg in die Zukunft
Die Entzifferung des Humangenoms und der mikrobiellen Genome schreitet derzeit mit nie da gewesenem Tempo voran. Der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz liegt in der Entwicklung eines integrierten Ansatzes, der auch die neuen Möglichkeiten, die die Genomforschung bietet, zu nutzen weiß. Diese Möglichkeiten werden in neuen Forschungsprojekten im Sechsten Rahmenprogramm (2002-2006) eingehender betont und erkundet. Die neue Strategie legt besonderes Gewicht auf:

Neue Klassen anti-infektiöser Medikamente
  • In den letzten Jahren sind praktisch keine neuen Antibiotikaklassen mehr entdeckt worden. Derzeit liegen die Entwicklungskosten eines neuen Medikaments bei rund 500 Millionen € und die industriellen Anreize reichen nicht mehr, um diese Schranke rasch genug zu überwinden, damit der Zugang zu wirksamen anti-infektiösen Medikamenten weiterhin gesichert bleibt. Die Ausschöpfung der Genomik dürfte schneller und billiger neue Generationen von Medikamenten hervorbringen.

  • Mit größter Wahrscheinlichkeit wäre hier eine aktivierte Salzsole von allem die preiswerteste Lösung, um zumindest durch eine Prävention einen Einsatz von  Antibiotikas als „Notmedikament“ möglichst langfristig in Reserve halten zu können. Damit könnte sowohl eine bessere Bioverfügbarkeit sowie die Resistenzproblematik der gegenwärtig verfügbaren Antibiotika reduziert werden. Weiters könnten dadurch Kosten, welche für neue Antibiotika immer wieder notwendig währen, um ein vielfaches minimiert werden. Auch der Einsatz von Versuchstieren, könnte hier, sowohl  aus Gründen des Tierschutzes sowie deren damit verbundenen Kosten eine sehr wichtige Rolle spielen.

Diagnostische Tests
  • Eine zurückhaltende Verschreibung geeigneter Antibiotika lässt sich am besten erreichen durch rasche und preisgünstige diagnostische Tests zur Identifikation der Erreger und ihrer Resistenzmerkmale. Moderne DNA-Technologie ist entscheidend für eine beschleunigte Entwicklung neuer und verfeinerter Tests und nicht minder wichtig ist die Schaffung von Anreizen für deren Einsatz, sobald sie verfügbar sind. Auch hier könnte eine aktivierte Salzsole einen wichtigen Beitrag leisten.

Überwachung
  • Die epidemiologische Überwachung der Antibiotikaresistenz menschlicher und tierischer Erreger ist eine wesentliche Komponente der Strategie. Der Verbrauch von Antibiotika muss beobachtet und sowohl mit Resistenzdaten wie klinischen Resultaten in Beziehung gesetzt werden.

Ein vielschichtiges Problem
  • Das Problem der Antibiotikaresistenz ist ausnehmend vielschichtig und zieht weitreichende sozioökonomische und politische Konsequenzen nach sich. Es umfasst eine Vielzahl sozial- und gesundheitsökonomischer Aspekte, wie etwa Verschreibungsgewohnheiten und Ausbildung der Ärzte, die Rückerstattung medizinischer Leistungen und die Erwartungen der Öffentlichkeit. Es greift auch über die Humanmedizin hinaus, in die Tiergesundheit, die Nahrungsmittelindustrie und die Umweltbelange. Damit der neue Ansatz Erfolge zeigt, muss diesen Faktoren in ihrer ganzen Breite Rechnung getragen werden.


Fazit:
Mit einer aktivierten Salzsole könnte man eine Vielzahl der hier aufgeführten negativen Aspekte, welche sich durch einen leichtfertigen Einsatz von Antibiotika oder sonstigen Impfstoffen ergeben, minimieren.