INSTITUT INTERNATIONAL

Hilfe zur Selbsthilfe

Dazu zählen unter anderem:

Basiswissen über die Körperfunktionen‭ (‬Verdauung‭)

Mund,‭ ‬Magen,‭ ‬Darm,‭ ‬Leber,‭ ‬Nieren,‭ ‬Zellen,‭ ‬Stoffwechsel allgemein,‭ ‬Blut,‭ ‬Lymphsystem,‭ ‬Immunsystem,‭ ‬Thymusdrüse,‭ ‬Säure-Basen-Gleichgewicht,‭ ‬Darmflora,‭ Radikale,‭ ‬Antioxidantien,‭ Hormone

Gesundheitsfragen durch Ernährungsfehler

Bluthochdruck,‭ ‬Cholesterin,‭ ‬Übergewicht und Fettsucht, Herz-Kreislauferkrankungen,‭ ‬Diabetes‭ (‬Zuckerkrankheit‭)‬,‭ ‬Mykosen‭ (‬Pilze im Blut‭)‬,‭ ‬Osteoporose,‭ ‬Arthrose,‭ ‬Migräne,‭ ‬Schwermetalle,‭ ‬Stressfaktoren,‭ ‬Kindergerechte Ernährung usw.
Günter Albert Ulmer Verlag ISBN‭ ‬978-3-93246-12-5

Immunabwehr

Fähigkeit des Organismus zur Abwehr von Antigenen, für die das Immunsystem von entscheidender Bedeutung ist.

Immunantwort

Bezeichnung für die nach Kontakt mit einem Antigen erfolgende immunologische Reaktion des Organismus (Abwehrreaktion). Dabei kommt es zur Bildung von Antikörpern (humorale Immunität) bzw. zellulären Immunität mit Bildung von Abwehrzellen (Antigen-Antikörper-Reaktion).

Immuninsuffizienz = Immundefekte

Eine inadäquate Immunantwort bei Einwirkung immunologischer Reize auf den Organismus führende Störungen des Immunsystems.

Immunität

Unempfänglichkeit des Organismus für eine Infektion mit krankmachenden Mikroorganismen. Auch Schutz vor der Wirkung mikrobieller Stoffwechselprodukte, sowie pflanzlicher oder tierischer Gifte.

Unspezifische Immunität (konstitutionell) durch Haut-/Schleimhaut-Barriere (z.B. Darm)

durch biologische Schutzmechanismen (z.B. Enzym) spezifische Immunität durch Selektion Antigen-Antikörper-Reaktion in Körperflüssigkeit (humorale Abwehr) durch spezif. Sensibilisierung von T-Lymphozyten, Makrophagen und anderen immunkompetenten Zellen (zelluläre Abwehr)

Leihimmunität

Übertragung von spezifischen Antikörpern von der Mutter auf das Kind über die Placenta und über die Muttermilch. Auch bei der Serumtherapie!

Immunsystem

Das System, das die Abwehrstruktur erhält gegen körperfremde Substanzen, gegen entartete Körperzellen, gegen alle fremden Stoffe, die den Körper schädigen. Das Hauptsystem der immunologischen Überwachung ist das Lymphatische System, das zu 80% im Darm liegt. Dazu gehören die im ganzen Körper verteilten Abwehrzellen wie Leukozyten, Monozyten, Makrophagen.

Eine wichtige Rolle spielen die Milz (B-Lymphozyten) und die Thymusdrüse (T-Lymphozyten). In der Thymusdrüse bekommen die Abwehrzellen ihre spezifische Schulung und Prägung gegen bestimmte Krankheiten.

Funktion des Immunsystems

Für die Funktion des Immunsystems sind natürliche Abläufe des Körpers im Stoffwechsel notwendig. Drehscheibe dieses Stoffwechsels ist der Zitronensäurezyklus. In Verbindung mit der Atmungskette ist der Zitronensäurezyklus die bedeutendste Energiequelle des Körpers. Hier werden Bausteine für den Aufbau des Körpers gebildet und über die einzelnen Stufen des Abbaus - gleichsam wie über ein Stufengefälle hinweg - Energie gebildet, die für die Wärmeerzeugung und als chemische Energie (ATP) verbraucht und gespeichert wird. Der Abbau erfolgt über chemische Umsetzungen in Stufen, die mit Hilfe von Enzymen und Fermenten, die als Katalysatoren fungieren, durch einen sinnvollen Reglermechanismus gesteuert werden.

Für die komplizierten Vorgänge sind in erster Linie Sauerstoff, Enzyme, Coenzyme, Cofaktoren, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente als Aktivatoren notwendig. Fehlen diese, dann stauen die Vorgänge des Abbaus, das Fließgleichgewicht wird gestört, das System wird krank und kann zusammenbrechen; es entstehen Gifte, die zum Tode von Zellen führen. Alle Erkrankungen sind letztendlich durch enzymatische Fehlsteuerungen oder Blockierungen bzw. Störungen der Zellatmung gekennzeichnet.

 Besonders geschieht dies durch

  • Makromolekühle (z.B. lange Aminosäurenketten)
  • freie Radikale (Gifte, Elektrosmog usw.)

Durch die große Belastung des Körpers durch Stress, Medikamente Umweltgifte, Pflanzenschutzmittel usw. braucht der Körper große Mengen wertvoller Schutzfaktoren, die den Stoffwechsel aufrecht erhalten.

Sauerstoff - Freie Radikale - Antioxydantien - Oxidativer Stress

Sauerstoff ist für alle lebensnotwendigen Funktionen im Körper notwendig und lebenserhaltend. Ohne Sauerstoff gibt es kein Leben, gibt es keine Verbrennung im Körper und gibt es auch keine Energiegewinnung.

Wie bei vielen Verbindungen in der Natur kann Sauerstoff in hoher Dosis auch ein Gift sein und Verbindungen bilden, die sogen. Freien Radikale. Freie Sauerstoff-Radikale können sehr reaktionsfreudige Verbindungen sein, die bei der Entstehung verschiedener Krankheiten beteiligt sind. Sie sind chemisch aggressiv und können mit allen Molekülen reagieren und biologische Verbindungen schädigen; d.h., sie sind auch in der Lage, körpereigene Zellen zu schädigen. Dabei sind sie zunächst sinnvoll, weil sie das Immunsystem unterstützen sollen und für das Immunsystem benötigt werden und daher von ihm selbst gebildet werden. Sie sollen Bakterien bekämpfen und vernichten, sowie Zelltrümmer beseitigen. Auch bei Sauerstoff ist Gift eine Frage der Dosis! Ähnlich wie die Bildung von Ozon an heißen Sommertagen können unter Sauerstoffeinfluss im Organismus gefährliche Reaktionsprodukte entstehen.

Bei einem Zuviel an radikalischem Sauerstoff kann es zu Schädigungen der Erbinformation (Zellkern, DNS), zu einer Zellkernschädigung kommen (Krebs), bei Gefäßschädigungen durch Lipoproteine, z.B. LDL Cholesterin, kommt es zu Gefäßsklerosen ( z. B. Alzheimer, Herzinfarkt), oder bei Nervenschädigungen durch Oxydation zu degenerativen Nervenkrankheiten z. B. MS.

Der Hauptgrund, wodurch oxydativer Stress entsteht, liegt in einer zunehmenden Belastung durch Umweltschadstoffe. Schadstoffe in hohen Mengen im Körper können von diesem nicht unschädlich gemacht werden und lösen die Bildung von freien Radikalen aus. Wir haben diesen freien Radikalen nur eine beschränkte Zahl von Antioxydantien (= Radikalenfänger) entgegen zu setzen. Das Immunsystem ist selbst Entstehungsort freier Radikale, beteiligt ist die Zellatmung, die am Stoffwechsel beteiligten sauerstoffübertragenden Enzyme und Umweltfaktoren!

Wer ist an der Bildung der Radikalen beteiligt?

- Atemsauerstoff, reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen
- Immunsystem
- LDL Cholesterin, Homocystein, Lipoprotein
- Sauerstoffübertragende Enzyme
- Industrielle Ernährung (gekocht, gebraten, zerstört)
- Smog, Ozon, zu starker ungewohnter Sonneneinfluss
- Chemikalien, Stickoxide Umweltgifte, Cadmium, Schwermetalle wie Blei, Quecksilber
- Wohngifte Medikamente
- ionisierende Strahlung UVA und UVB, Röntgenstrahlen, Mobilfunk
- Stickoxide (NO2, NO, N2O3), Kohlenmonoxid CO, Kohlendioxid CO2, Schwefeldioxid SO2
- Zigarettenrauchen, Alkoholmissbrauch
- Stress (körperlicher und seelischer Stress)
- intensive, übertriebene körperliche Belastung (Sport), aber auch Bewegungsmangel
- Diabetes
- Adipositas
- Harnsäure, Eiweiß-Überernährung, Übersäuerung

Unser Körper hat hoch wirksame Schutzmechanismen gegen Gifte und Sauerstoff-Radikale entwickelt. Jede Zelle ist in der Lage, der Gefahr der Radikalen entgegenzuwirken. Das ausgeklügelte Schutzsystem besteht aus körpereigenen Enzymen und aus den sog. Antioxidantien. Mit Hilfe dieser Antioxidantien ist es dem Körper möglich, Schadstoffe, die gegen den Körper gerichtet sind, zu binden, zu neutralisieren, zu entgiften und auszuscheiden. Hat der Körper nicht genug Antioxidantien, d.h. gibt es ein zuviel an freien Radikalen und ein zuwenig an Gegenmitteln, den Antioxidantien, dann spricht man vom „oxidativen Stress“. Es kommt zu Schädigungen, Zerstörungen, Veränderungen von biologischen Strukturen. Den oxidativen Stress haben wir fast alle, allein schon weil wir zu viel industriell gefertigte, zerstörte Nahrung zu uns nehmen (Gebratenes, Gekochtes, Zerstörtes, Weißmehl, Zucker usw.). Der Körper kann diesem Stress nicht lange widerstehen, es entstehen Folgekrankheiten: Krebs, Rheuma, Asthma, Neurodermitis u.v.a.

Die Antioxidatien fangen freie Radikale ab und machen sie unschädlich!

Zu den Anti-Oxidantien (Radikalenfänger) gehören:

- Vitamine A,E,C, B-Komplex (Vita Power)
- Selen , Zink
- Glutathionperoxidase (körpereigen)
- Carnitin, Q10
- Superoxid Dismutase System (körpereigen)
- Katalasensystem (körpereigen)
- Bioaktive Pflanzenstoffe aus vollwertigen Biolebensmittel

Das bekannteste Sauerstoff-Radikal ist das Oxy-LDL Cholesterin, das ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der Atherosklerose ist. Die wichtigsten Antioxydantien dagegen sind : Vitamine C, E, die Aminosäuren Prolin, Lysin und Arginin.

Risikofaktoren für das Gefäßsystem sind besonders Cholesterin, Homocystein, Lipoproteine, Triglyceride. Die wichtigsten Gegenmittel sind Vitamine C, E, A, Folsäure, B6, B12 und Omega 3 Fettsäuren.

An den Körper werden hohe Anforderungen an Schutz und Reparatursysteme gestellt. Bei einem gesunden Menschen entstehen pro Minute aus Sauerstoff der Atemluft 1022 Sauerstoffradikale, dabei werden in 6 Liter Blut 1021 Radikale entsorgt. Im Körper laufen in einer Sekunde rund 1030 chemische Reaktionen ab. Es sterben 700 Milliarden Körperzellen pro Tag ab und werden erneuert. Es gibt viele oxidative Schäden an der Zelle im gesamten Menschen. Die Zellkerne (DNA) und Zellen besitzen ein hochkarätiges Abwehrsystem. Dieses System funktioniert jedoch nur, wenn wir dem Körper ausreichende Nährstoffe zur Verfügung stellen. Diese Nährstoffe haben eines gemeinsam: sie sind Mikronährstoffe aus Pflanzen.

Durch Mangel an Mikronährstoffen verstärken und potenzieren sich Gefäßrisikofak-toren, Risikofaktoren für die Entstehung von Rheuma, Krebs und anderen Krankheiten. Die Mikronährstoffe sind insbesondere Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, sekundäre und tertiäre Pflanzenstoffe - in der Regel leiden wir an einem Mangel an diesen Stoffen!

Das heißt ganz allgemein: es werden 3 - 5 % des Sauerstoffs im gesunden Organismus zu Radikalen umgewandelt, d.h., es laufen im gesunden Körper ständig Prozesse ab mit Sauerstoff und Radikalenbildung. Bei fettarmer, vitaminreicher Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Rohkost, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ist die Entgiftung im Körper kein Problem. Bei Stressfaktoren (siehe oben) kann anstatt 3 % des Sauerstoffs bis zu 50 % des Sauerstoffs radikalisch umgewandelt werden. Das heißt, wir haben dann einen vielfach höheren Bedarf an Antioxidantien.

Ein Raucher bildet pro Zigarettenzug 2 - 3 Billionen freie Radikale. Zur Entsorgung der freien Radikale einer Zigarette sind 50 mg Vitamin C notwendig!

Wir brauchen demzufolge:

1. sekundäre und tertiäre Pflanzenstoffe
2. Vitamine
3. Mineralien und Spurenelemente
4. Faserreichtum (Ballaststoffe)
5. hohe biologische Wertigkeit unserer Nahrung


Wir brauchen Mikronährstoffe aus Pflanzen, die eine hohe antioxidative Kapazität und Leistungsfähigkeit haben. Die Natur kennt ca. 20 000 sekundäre Pflanzenstoffe.

Sekundäre Pflanzenstoffe wurden vor Jahren noch als unerwünscht betrachtet, als „antinutritiv“. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Kräutern, Obst und Gemüse wurde besonders auf die bekannten Vitamine und Mineralien sowie Antioxidantien vor allem Vitamin C, E und A zurückgeführt. Wir wissen heute, dass wir mit einer pflanzenbetonten Nahrung rund 50 bekannte lebensnotwendige Nährstoffe aufnehmen.

Dies sind zuallererst essentielle Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, acht Aminosäuren und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure.
Dazu kommen etwa 5.000 - 10.000 verschiedene hochwirksame schützende Einzelsubstanzen.

Diese sind natürliche Substanzen, die unser Körper zur Aufrechterhaltung der Gesundheit braucht:

sie hemmen Krebs
sie wirken entzündungswidrig
sie wirken der Bildung freier Radikale entgegen
sie verhindern Blutgerinnselbildung
sie hemmen Bakterien- und Pilzwachstum
sie senken den Blutzuckerspiegel
sie wirken dem Rheuma entgegen
sie senken den Blutdruck
sie senken den Blutfettspiegel, Cholesterin
sie fördern das Immunsystem
sie fördern die Verdauung, lenken die Symbiose, wirken auf die Darmschleimhaut
sie regulieren den Hautstoffwechsel
sie wirken Entzündungen und Schmerzen entgegen
sie beeinflussen Risikofaktoren wie Fett, Lipoprotein, Cholesterin, Homocystein

Was sind primäre und sekundäre Pflanzenstoffe?

Primäre Pflanzenstoffe:

- Kohlenhydrate
- Fette
- Eiweiße
- Hauptbestandteile der Pflanze, üben Nährstoffwirkung aus


Sekundäre Pflanzenstoffe:

- zahlreiche chemisch-biologische sehr unterschiedliche Verbindungen
- können u.a. auch pharmakologische Wirkungen ausüben

Der Wert einer Heilpflanze wurde bisher nach dem Hauptwirkstoff - primärer Pflanzenstoff = Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße beurteilt. In jeder Pflanze sind Hauptwirkstoffe und Nebenwirkstoffe (Begleit- und Ballaststoffe), die miteinander in einer vielfältigen Wechselbeziehung stehen. Leider wurde bisher die Dosierung der Pflanzenwirkstoffe am Hauptwirkstoff (= primärer Pflanzenstoff) gemessen.

Dabei haben die sogenannten „Nicht-Wirkstoffe“ die sekundären und tertiären Wirkstoffe im Verbund der Wirkstoffe eine große Aufgabe. Die Naturwissenschaftler haben bis heute ausschließlich die schädlichen Wirkungen und nicht die gesundheitsfördernden Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen untersucht. Sie können aber die Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit der Nahrungsmittel steigern, die Löslichkeit und Resorption fördern, die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt verbessern. Die sekundären Pflanzenstoffe machen für uns den Wert der gesamten Pflanze aus. Sie entscheiden über Geschmack, Geruch und Farbe. Sie sind Duft- und Geschmacksstoffe. Es ist offensichtlich, dass nicht nur essentielle Nährstoffe das Leben bzw. zelluläre Mechanismen regulieren, sondern dass auch nicht essentielle Substanzen Stoffwechselvorgänge regulieren. Die Pflanze ist weit mehr als ein „Vielstoffgemisch“ von einzelnen chemisch definierten Einzelkomponenten. Der Wert als Naturheilmittel einer Pflanze ist von dem Zusammenspiel der sekundären und tertiären Ballaststoffe abhängig. Die ganzheitliche Kräftekombination wirkt wie ein Orchester! So können auch Getreide, Gemüse, Obst, Kräuter, die vor 5000 Jahren schon als Heilkräuter erkannt wurden, auch gerade heute segensreich auf den Menschen wirken, wenn sie nicht durch Kunstdünger, Pflanzengifte behandelt wurden.

Sekundäre Pflanzenstoffe dienen der Pflanze oftmals als Schutzstoffe. Sie schützen vor dem Gefressen - und dem Schlechtwerden. Sie regen auch Tiere zum Fressen der Früchte an. Dadurch wird die Verbreitung der Samen dieser Früchte erhöht. Sie sind auch Gifte: z. B. Gifte wie Solanin (Kartoffel), das Phaseolin (Bohnen) oder das Brassin der Brassica-Kohlarten. Sekundäre Pflanzenstoffe haben zwei Aussagen: „Bleib weg“ und „Komm her“. Tödliche Gifte, Bitterstoffe - aber auch lockende Düfte und Farben. Die Pflanze kann Feinde abwehren und Insekten und Vögel zur Verbreitung der Samen anlocken. Dieses Kommunikationssystem wird von Pflanze und Tier verstanden.

Alle Kulturen fanden Wege, für uns giftige Stoffe der Pflanze unschädlich zu machen. Sie erkannten, dass die günstigen Wirkungen die Nebenwirkungen weit in den Schatten stellten. Der Mensch und auch das Tier haben im Laufe der Entwicklung gelernt, die meisten giftigen Pflanzenstoffe mit hoher Toxizität zu neutralisieren. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe von Enzymsystemen, (Keimen, Fermentation) aber auch mit Hilfe von Darmbakterien oder einfach mit Erhitzen. Das Phytin (Getreidekorn) hemmt die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Phytinsäuren werden durch Keimung bzw. Fermentierung des Getreides, auch durch die Sauerteigbereitung zerstört. Bei Hülsenfrüchten wird das Kochwasser (Erhitzen) nach 2 - 3 Minuten weggegossen und damit die saponinreichen Stoffe entfernt.

Es gibt ca. 20 000 sekundäre Pflanzenstoffe, die wir kennen. Im Weißkohl allein wurden 49 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe identifiziert. Die einzelnen Wirkungen der sekundären Pflanzenstoffe sind noch lange nicht erforscht und definiert. Eines ist aber klar: die Summe der Wirkungen auf den Körper ist größer als die Summe der Einzelwirkungen. Es kommen auch immer wieder neue Überraschungen zu Tage: wir kennen z. B. die große Schutzwirkung der ß-Carotine (Möhren, Spinat, Brokkoli). Unter den Schutzfaktoren erwies sich jedoch das Tomatencarotin, das Lycopin, als ein wesentlich stärkerer Herzschutzfaktor.

In den letzten Jahren hat man erkannt, dass die gesundheitsfördernden Wirkungen bei normalem Verzehrverhalten die gesundheitsschädigende Wirkung weit übertrifft. Man schreibt den früher nicht beachteten Stoffen heute einen großen therapeutischen Nutzen zu und hat sekundäre Pflanzenstoffe als „protektive“ und gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe erkannt. Man hat erkannt, dass sie eine große Bedeutung für die Gesundheit haben. Darum werden heute Lebensmittel verkauft, die besonders geeignet sind, aufgrund ihrer Zusammensetzung die Gesundheit des Menschen zu fördern (Functional Foods).

Gesundheitsfördernde Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen:

- antikanzerogen - entzündungshemmend
- antimikrobiell - Blutdruckregulierend
- antioxidativ - Cholesterinspiegelsenkend
- antithrombotisch - Glukoseregulierend
- immunmodulierend - verdauungsfördernd

Tertiäre Pflanzenstoffe (Ballaststoffe):

Neben diesen sekundären Pflanzenstoffen gibt es eine dritte Gruppe von Stoffen, die auf den ersten Blick unbrauchbar als Nahrungsmittel erscheinen. Dies sind die tertiären Pflanzenstoffe. Auch diese Stoffe haben in der Gesamtsicht der Pflanzenstoffe eine sehr wichtige Funktion. Sie werden mit Hilfe von Darmbakterien im Darm zu wertvollen Nahrungsstoffen. Einmal werden sie für die Bakterien als Nahrung gebraucht, zum anderen entstehen durch die Zersetzung über Darmbakterien die wertvollsten Nahrungsstoffe für den Körper. Ohne Bakterien, ohne diese Ballaststoffe ist der Körper nicht lebensfähig. Ballaststoffe sind pflanzliche Bestandteile, die von den menschlichen Enzymen im Darm nicht abgebaut werden können. Es sind pflanzliche Gerüstsubstanzen, die die pflanzlichen Zellwände stabilisieren, aber auch Schleimstoffe, die vor Austrocknung schützen oder Fruchthüllen, die den Keim schützen. Beispiel: man hielt die Hülle des Getreidekorns lange für unverdaulich, weiß aber heute, dass gerade die Randschichten des Getreidekorns zu einer normalen Darmfunktion beitragen und noch wertvolle Mineralien enthalten. Beim Getreide sitzen die Ballaststoffe in der Außenschicht, deshalb sollten wir möglichst viel Vollkornprodukte essen. Durch das Mahlen verringert sich der Ballaststoffgehalt drastisch. So enthält helles Weizenmehl (Typ 405) nur noch 15 Prozent der Ballaststoffe des gesamten Getreidekorns.

Wirkung von tertiären Pflanzenstoffen ( Ballaststoffen):

- Einfluss auf Cholesterinspiegel
- Einfluss auf Bluthochdruck
- Einfluss auf Übergewicht
- Einfluss auf Glukosespiegel
- Einfluss auf die Darmflora
- günstige Wirkung auf Darmkrebs
- antikanzerogen
- Wirkung auf Hämorrhoiden
- Divertikel, Blinddarmentzündung
- Gallensteine

Es wird empfohlen, mindestens 30 - 50 g Ballaststoffe am Tag aufzunehmen.
Der Durchschnittsdeutsche nimmt nur 20 g täglich auf.

Ballaststofflieferanten:

  • Getreide, vollwertige Getreideprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Obst
  • Gemüse, Kräuter
  • Auffallend ist besonders die protektive Wirkung der tertiären Pflanzenstoffe auf Darmkrebs. Menschen, die sich ballaststoffreich ernähren, haben ein um 40 % vermindertes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken.


Tertiäre Pflanzenstoffe (Ballaststoffe)

- binden kanzerogene Stoffe im Darm, inaktivieren krebserzeugende Substanzen
- beschleunigen die Ausscheidung von schädlichen Chemikalien und Giften
- regulieren den PH-Wert im Darm und binden dadurch Kanzerogene
- binden primäre Gallensäure und verhindern Bildung von sekundärer Gallensäure
- bilden kurzkettige Fettsäuren mit Bakterien; diese haben antikanzerogene Wirkung
- fermentierte Ballaststoffe führen zu Veränderung der Enzymaktivität
- Ballaststoffe stimulieren Darmbakterien
- Ballaststoffe haben großes Quellvermögen, sie quellen mit Wasser auf
- Ballaststoffe verringern den Energiegehalt der Nahrung und helfen dadurch gegenÜbergewicht


Der Körper wird mit Makromolekülen und freien Radikalen fertig - wenn wir ihm genug Schutzstoffe zur Verfügung stellen. Dazu gehören in erster Linie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sowie sekundäre und tertiäre Pflanzenstoffe! Diese Mikronährstoffe aus Pflanzen (Getreide, Hülsenfrüchte, Obst u. Gemüse) sind unsere wichtigsten Schutzfaktoren gegen Krebs, Rheuma, Hautprobleme usw.

Bioaktive Substanzen

In Lebensmitteln enthaltene gesundheitsfördernde Wirkstoffe ohne Nährstoffcharakter werden als bioaktive Substanzen bezeichnet.

Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln sind:

- sekundäre Pflanzenstoffe
- tertiäre Pflanzenstoffe (Ballaststoffe)
- Substanzen in gekeimten und fermentierten SOJALL Bio- Lebensmittel

Essentielle Nährstoffe und bioaktive Substanzen ergänzen sich in ihrer Wirkung. Sie sind für Wachstum, Erhaltung und Förderung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit notwendig.

Durch die ständige Versorgung mit wertvollen bioaktiven Substanzen wird der Körper kontinuierlich mit optimal wirkenden Substanzen versorgt. Beispiel: antibiotische wirkende Substanzen in Knoblauch, Kresse und Meerrettich, die gegen bakterielle Infekte eingesetzt werden. Die Substanzen in der Nahrung wirken im Vergleich zu unseren chemischen Arzneien sehr schwach. Eine kontinuierliche Zufuhr führt jedoch zu einem positiven Einfluss ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Bioaktive Stoffe führen alle „Wartungsarbeiten“, die ständig zur Gesunderhaltung notwendig sind, durch. Überall, wo es um die Verhütung größerer Schäden an den Zellen geht, wo es um den komplexen Ablauf des Stoffwechsels geht mit den vielen Billionen Atmungs- und Energiegewinnungsvorgängen, da spielen bioaktive Stoffe eine wichtige Rolle. Man kann sagen: je mehr bioaktive Stoffe für den Körper nutzbar sind, desto mehr Gesundheit!