INSTITUT INTERNATIONAL

Hat die Medizin den Menschen vergessen?

Der ärztliche Eid nach dem griechischen Arzt Hippokrates
hat auch noch im 21. Jahrhundert seine Gültigkeit.

 
Erkenntnisse während einer Krebstherapie mit Milchsäure
nach Dr. med. Johannes Kuhl

Die Erkenntnis, die diesem Kostplan zugrunde liegt, ist, ganz kurz gefasst, folgende: Der Ausbruch von akuten und chronischen Erkrankungen, abgesehen von Unfällen, ist nur möglich, wenn der Körper dafür disponiert ist, d. h. wenn seine Abwehrkräfte geschwächt sind oder daniederliegen. Diese Tatsache wird heute von niemandem mehr bestritten, da z. B. selbst bei Epidemien nie alle Menschen von der jeweiligen Seuche befallen werden oder durch den Genuss von tuberkelbazillenverseuchter Milch nicht alle Beteiligten an Tuberkulose erkranken.

Das Daniederliegen der Abwehrkraft ist gleichzusetzen mit einer Veränderung der normalen, physiologischen Wasserstoffionenkonzentration und einer anschließenden Blockierung oder Schädigung oder Vernichtung der Zelloxydation (-atmung). Es kommt zu einer allgemeinen Zellschädigung. Um diese wieder zu beseitigen, erfolgt in den Zellen, soweit sie noch regenerationsfähig sind, automatisch die glykolytische Spaltung, d. h. die Milchsäurebildung. Der Rohstoff zu ihrer Bildung sind die Kohlehydrate, besonders in Form der heute meist reichlich genossenen denaturierten, isolierten, fast chemisch reinen Zucker-, Mehl- und Stärkeprodukte, die zudem noch frei von zelloxydationsfördernden Substanzen sind.

Die Milchsäure wurde von mir als der Wachstums- und Zellregenerationsstoff in der lebenden Natur erkannt, die man daher auch bei einer geschädigten Zelle bis zu ihrer Gesundung immer in ihr vorfindet. Eine krankhaft gespeicherte Gewebsmilchsäure finden wir bei jeder chronischen und auch lavierten, symptomlosen chronischen Krankheit (scheinbar gesunder Mensch). Beim Krebsgeschehen hat sie im Körpergewebe infolge der permanenten Gifteinwirkung (canzerogene Noxe) den giftigen (toxischen) Grad erreicht und ist dadurch zum Wucherungsstoff geworden.

Da die Oxydationskraft (Atmungsfähigkeit) der Körperzellen bei chronischen Krankheiten zu einem Großteil geschädigt oder teilweise sogar völlig vernichtet ist, kann die krankhaft gespeicherte Zell- oder Gewebsmilchsäure nicht mehr aus dem Körper ausgeleitet und zu Glykogen (Körperstärke) resynthetisiert oder zu den Endprodukten Kohlensäure und Wasser verbrannt werden. Hier besteht aber die Möglichkeit, isopathisch einzugreifen, d. h. mit kleinen, ja kleinsten Mengen Milchsäure die krankhaft gespeicherte Milchsäure auszuleiten. Die hier in Frage kommende therapeutische, d. b. heilende Milchsäure ist aber nicht die in den Milchsäureprodukten überreichlich vorhandene konservierende Milchsäure, sondern die bei der Auflösung im Magen- und Darmkanal freiwerdende Milchsäure (Milchsäure in statu nascendi) aus den Bakterienleibern. Diese allein, von einem Eiweißschutzmantel umgeben, ist blutpassagefähig und leitet, vielleicht biokatalytisch wirkend, die krankhaft erhöhte Milchsäuremenge aus den Speichergeweben ab und über den Blutstrom aus dem Körper aus. Dadurch wird die Wasserstoffionenkonzentration im Gewebe und Blut wieder dem Neutralpunkt genähert. Dies ist die Voraussetzung für eine normale, physiologische Funktion der Zellferment- und Hormonsysteme und ihrer Regeneration (status quo). Die zur Regeneration benötigte Milchsäure aber hält die Zelle fest und wird erst dann aus ihr entfernt, wenn die Zelle gesundet, resp. regeneriert ist. Dies wissen wir aus den experimentellen Versuchen des Zellforschers Pentimalli: Die Milchsäurebildung ist in der regenerierten Zelle latent.

Die Richtigkeit des isopathischen Prinzips kann, wie es Prof. August Bier und Prof. Hugo Schulz u. a. getan haben, zwar experimentell bewiesen, aber zurzeit noch nicht wissenschaftlich erklärt werden. Fast allgemein bekannt sind die Versuche von Prof. August Bier mit Schwefel und Ather. Auch die Parapsychologie kennt Tatsachen, die sich wissenschaftlich noch nicht beweisen lassen.

Dass nach der Ausleitung der krankhaft gespeicherten Gewebsmilchsäure aus den Speicherorganen zum Aufbau eines gesunden (intakten) Zelllebens und somit auch einer gesunden Zellatmung alle essentiellen oder lebenswichtigen Zellfunktions- und Baustoffe vorliegen müssen, ist jedoch selbstverständlich. Für ihre Zufuhr durch eine basen- und säurenreiche vollwertige Naturkost hat man also unbedingt Sorge zu tragen.

Da der natürliche Regulator für den pH-Wert des Blutes die Milchsäure ist, die nach Dr. Gyula Szilvay vom Semmelweisinstitut in Bremen bei der Muskelarbeit frei und in die Blutbahn abgegeben wird, diese aber bei chronischen Erkrankungen und somit auch beim Krebs krankhaft erhöht gespeichert, also im Gewebe, wie es experimentell nachgewiesen werden kann, festgehalten wird, so muss sie wieder mobilisiert und ausgeleitet werden.

Da dies ernährungsmässig nur durch Milchsäuregärungsprodukte möglich ist, sind es die Milchsäuregärungsprodukte, die allein eine spezifische Heil- und Schutzwirkung auf chronische Krankheiten und somit auch auf den Krebs ausüben, und nicht irgendeine andere vollwertige Kost.

Dass die Milchsäuregärungsprodukte die chronischen Krankheiten und somit auch den Krebs verhüten, beweist das krankheitsfreie Leben vieler Bevölkerungsschichten der östlichen Welt, wie in China, in Russland, in Bulgarien, in Rumänien u. a., bei denen der hauptsächlichste Teil der täglichen Nahrung aus Milchsäuregärungsprodukten besteht.

Die ungesäuerte, vollwertige Naturkost der naturnah lebenden Völker vermag dies nicht. Das beweist z. B. auch die Feststellung von Prof. Gerlach, Afrika, das überall in Afrika bei den naturnah lebenden Völkern der Krebs vorkommt, ferner die Tatsache, dass in indischen Klöstern, wo vollwertig vegetarisch gelebt wird, es ebenfalls Krebserkrankungen und Krebstodesfälle gibt, und meine Feststellung, dass auch Menschen, die jahrzehntelang vom biologischen Landbau gelebt haben, Krebs haben.

Ein intaktes lückenloses Gebiss und ein krankheitsfreies Leben bei den täglich von Milchsäuregärungsprodukten lebenden Naturvölkern ist der beste Indikator einer zeitlebens bestandenen gesunden Stoffwechsellage.

Eine Expedition zu diesen Völkern würde meine Lehre ebenso als wahr bestätigen wie die Befragung von vielen Hunderten Kriegsgefangenen und Deportierten des Zweiten Weltkrieges.

Auf Grund vorstehender Tatsachen fordere ich somit:

1. Das Verbot des Genusses von denaturierten (entwerteten und isolierten) Kohlenhydraten (Stärke-, Mehl- und Zuckerprodukten) auch in Krankenhäusern, da sie Vitalstoffräubers aber auch die Rohstoffe für eine normale wie für eine zu reichliche, krankhaft gespeicherte Zell- und Gewebsmilchsäure sind. Auch der Genuss von vollwertigen, sehr reichlichen Kohlenhydraten enthaltenden Naturprodukten, wie z. B. Kartoffeln, Äpfeln und Birnen, ist zu drosseln.

Verboten sind also:

Zucker, Fruchtgelee, geschälte Kochkartoffeln und aus diesen bereitetes Kartoffelpüree, Kuchen' Mehlspeisen, Nudeln, Pudding, Brötchen, Weißbrot, Zwieback usw. Insbesondere das Geschwulstwachstum wird durch diese isolierten, fast chemisch reinen Kohlenhydrate zu einem stärkeren Wachstum angeregt.

Empfohlen wird vorwiegend Gemüsekost, ferner Hirse, Buchweizen und jegliche, wenn möglich gesund gewachsene, fermentierte Vollgetreideprodukte, welches noch dazu den Vorteil haben, dass sie dadurch den Insulinspiegel nicht so stark stimulieren. Insulin macht dick und sorgt dafür das man dick bleibt und somit leicht Übergewicht und auf langer Sicht Diabetes sowie Herz-Kreislauferkrankungen bekommen kann.  Gegen einen bescheidenen Genuss von Kartoffeln, die in der Schale gekocht, besser noch von Urkartoffeln, die mit der Schale auf dem Backblech oder auf dein Rost gebacken sind, ist nichts einzuwenden. Auf den Genuss von Lauchgemüse, wie z. B. Zwiebeln, Knoblauch, Porree, Schnittlauch, wird ebenfalls großer Wert, gelegt.

Besonders empfohlen werden die inulinhaltigen Gemüse, wie z.B. Topinambur (anstelle der Kartoffel)  Aritischocke, Aubergine u.  a. deren polymere Fructose (Fruchtzucker), das Inulin, wegen Fehlens des inulinspaltenden Fermentes Inulase im menschlichen Körper nicht abgebaut werden kann und somit auch nicht als Rohstoff für die Milchsäurebildung in Frage kommt. Nach Prof.F. Leuthardt, Physiologisch-Chemisches, Institut der Universität Zürich, ist wahrscheinlich die Darmflora imstande, dieses  Kohlenhydrat zu verwerten und es auf indirektem Wege dem Organismus zugänglich zu machen. Tatsache ist, dass laut Praxiserfahrung der Blutzuckerspiegel durch den Genuss der inulinhaltigen Gemüse nicht erhöht wird und somit auch das Krebs-Geschwulstwachstum nicht unterstützt oder gefördert werden kann. Näheres über die „Wunderpflanze“ Topinambur: www.sojall-naturen.at

Als zweite Forderung stelle ich auf:

Den täglichen Genuss von milchsäurehaltigen Nahrungsmitteln zur Regulierung oder Ausleitung der überschüssigen und krankhaft gespeicherten Körpermilchsäure auf isopathischem Wege. Diese Milchsäureprodukte müssen aber an erster Stelle stehen.

Anmerkung: Der Wochenplan kann noch viel reichhaltiger gestaltet werden, wenn das Einsäuern von Gemüsen wesentlich intensiver und mannigfaltiger betrieben wird, wie ich es einschließlich der zusammenfassenden Richtlinien für das hauswirtschaftliche Einlegen in dieser Volksbroschüre «Schach dem Krebs» wie in meinem wissenschaftlichen Buch: «Eine erfolgreiche Arznei- und Ernährungsbehandlung gutartiger und bösartiger Geschwülste» näher beschrieben habe.

Man kann den Milchsäurewochenplan auch derart gestalten, dass man täglich eine variabel gemischte Rohkostplatte aus verschiedenen Sauergemüsen, zusammen etwa 200 g, jedoch auch mehr, auf das Mittags- und Abendessen verteilt, vor den Mahlzeiten als äußerst delikate Vorspeise verabreicht. Einem schlechten Gebiss hilft der Star- oder Maltimix nach. Ich möchte auch an dieser Stelle betonen: Ich bevorzuge vor den milchsauren Milchprodukten das milchsaure Gemüse, das milchsaure Vollkornbrot  und das milchsaure Volkorn- Müsli. Nur sie allein sind eine Milchsäurevollwertnahrung und nie milchsaure Tierprodukte oder Pflanzensäfte.

Der Genuss von Vollmilch ist zu reduzieren bzw. während der einer Therapie auszusetzen und durch Joghurt- oder Kefirmilch, kurzum Sauermilch, zu ersetzen. Bei Darm und Mastdarmkrebs jedoch wird die Dysbakterie des Darmes durch die eiweißhaltigen Sauermilchprodukte noch vermehrt. Hier sind die pflanzlichen Milchsäuregarungsprodukte, die Sauergemüse, wie Sauerkraut, auch dessen Presssaft und Wasser, die milchsauren- Gurken und, Bohnen u. a. zu verwenden.

Gekeimtes Getreide mit dem heilerisch wichtigen Milchsäuregipfel ist ein Milchsäuregärungsprodukt von unschätzbarem Wert.  Die am einfachsten, am schnellsten und am billigsten im eigenen Haushalt herzustellende milchsaure Speise ist das milchsaure Müsli, über Bedeutung und Herstellung siehe meine Schrift: «Das milchsaure Getreide-Müsli als biologischer Strahlenschutz- und Zellregenerationsschutz.

Als dritte Forderung stelle ich hin:

Den Genuss von naturreinen und ganzheitlichen, lebendigen, wirkstoffreichen Lebensmitteln aller Art, die reich sind an Fermenten, Vitaminen, Hormonen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie dienen als Lieferanten aller für die Zellfunktion und somit auch für die Zellatmung lebensnotwendigen (essentiellen) Stoffe und befinden sich in einer von der Natur geschaffenen, harmonischen Mischung.

Dazu gehören auch die Milchsäuregärungsprodukte pflanzlicher Natur, bei denen es sich zudem immer um gesunde Pflanzen handelt, da falsch gedüngte bzw. überdüngte Pflanzen nicht säuern, sondern faulen, also verderben. Außer ihrem Milchsäuregehalt sind die Milchsäuregärungsprodukte pflanzlicher Natur noch reich an Fermenten, Vitaminen, Hormonen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die ebenfalls in einer von der Natur geschaffenen harmonischen Mischung vorliegen.

Wichtig ist ferner der Genuss von naturreinem  Lein-, Mohn-, Walnuss-, Mais- oder Sonnenblumenkernöl.  (3mal täglich ein Kaffee- bis Kinderlöffel voll.) Diese Pflanzenöle enthalten die für ein intaktes Zellatmungssystem essentielle oderlebensnotwendige Linol- oder Linolensäure, einen der drei Faktoren einer gesunden Zellatmung. Diese Säuren, gepaart mit den lebensnotwendigen schwefelhaltigen Aminosäuren, befinden sich nach Prof. Schweigart auch in den Blättern aller grünen Pflanzen (Gerstengras z.B.), denen sie ihre ungeheure Vitalität verdanken. Die beiden anderen Faktoren sind der Biokatalysator Cytochrom c und die SH-Gruppe in den schwefelhaltigen Aminosäuren. Erstgenannter ist immer ausreichend im Körper vorhanden; letzterer befindet sich z. B. reichlich in den Eiweißkörpern des Quarks (Weißkäse) oder in einem Vollkornbrot oder -schrot. Die. vorstehend genannten Pflanzenöle (biologisch wichtig wegen ihres hohen Linolsäuregehaltes, evtl. bis über 5%) können auch mit den Speisen gemischt genossen werden.

Der Genuss von tierischen Fetten bei chronischen Erkrankungen, besonders bei Geschwulstleiden ist bis zur Heilung strengstens untersagt, da sie infolge Mangels oder eines sehr geringen Gehalts an Linolsäure nur Kalorien- (Verbrennung) oder Depotwert besitzen und fast keine für ein intaktes Zellatmungssystem lebensnotwendigen Stoffe enthalten.

Das Ideal für eine Salat- und Rohgemüsesaftgewinnung ist die auf biologisch gedüngtem Boden gewachsene Pflanze oder die durch keine falsche Düngung beeinflussten Wildgemüse, wie Löwenzahn, Brennessel u. a. Man trinke 3-5 Mal täglich ein Likörglas voll.

Kochsalz und Spurenelementträger wird von mir aus Wertigkeitsgründen das flüssige Produkt und nicht das durch Eindampfen gewonnene Meersalz bevorzugt. Jod wie andere feinstoffliche Elemente können subliminieren, d. h. verdampfen.

Die Assimilierung (Aufnahme in den Körper) der Spurenelemente des Meerwassers (anorganische Stoffe) setzt höchstwahrscheinlich eine gesunde oder teilweise gesunde Darmflora voraus, da ja auch die Pflanze ohne Mitwirkung ihrer Symbionten die anorganischen Mineralstoffe aus dem Boden nicht assimilieren kann.

Die Spurenelemente aus den Pflanzen aber sind für den tierischen und menschlichen Körper direkt assimilierbar, da sie in nicht ionisierbare organische Verbindungen eingebaut sind. (Vorzug der Pflanze vor dem Meerwasser als Spurenelementspender.) Ohne Bodenleben keine Pflanze, ohne Pflanze kein tierisches oder menschliches Leben. Hierin offenbart sich das Gesetz der Wandlung der anorganisch mineralischen in. die organisch mineralische Substanz, wobei das Spurenelement nach H. Metz mit einem kolloidalen Eiweißmantel, umgeben und seine ihm arteigene Strahlung gebündelt und spezifisch gerichtet wird.

Kurz zusammengefasst ist vorbeugend (prophylaktisch) und auch therapeutisch (heilerisch) daher zu fordern:

1. Da der Rohstoff für die Milchsäurebildung sowohl die naturbelassenen, vorwiegend Stärke und Zucker enthaltenden Kohenhydratträger z. B. Kartoffeln und süßes Obst, wie auch die ferment-, vitamin- und mineralstofffreien denaturierten Zucker-, Mehl- und Stärkeprodukte des Handels sind, so ist der Genuss der ersteren zu drosseln und der der letzteren völlig zu meiden. Reiner Zucker und Kuchen sind also strengstens verboten.

2. Mit kleinen Mengen Milchsäure, die bei der Plasmolyse (Auflösung) der Milchsäurebakterien im Magen und Darmkanal frei wird oder aus potenzierten milchsäurehaltigen Pflanzenauszügen stammt, ist der Milchsäureüberschuss aus den Körpergeweben ab- und auszuleiten.

3. Dem Körper sind alle für ein intaktes Zellleben und somit auch für eine intakte Zellatmung essentiellen sowie lebenswichtigen Stoffen zuzuführen.

4. Das tierische Fett ist wegen des geringen Gehaltes der für eine gesunde Zellatmung lebensnotwendigen, Linol- oder Linolensäure bis zur Heilung strengstens zu meiden, und dafür sind die linol- und linolensäurehaltigen obgenannten Pflanzenöle zu verwenden.

Wichtige Gesichtspunkte die bei einer Anwendung milchsäurehaltiger Präparate zu beachten sind

1. Vom Getreide verwende ich häufig  Weizen. Ein Wechseln der Körner ist, aber wünschenswert, da vermutlich in der einen Körnerart, von der Milchsäure abgesehen, noch andere Wirkstoffe als in der anderen Art vorhanden sind. Ich denke z., B. an Salze, wie, Kalzium, Magnesium, Kalium, Vitamine, Aminosäuren usw.

2. Auch eine Auswahl in den anderen Milchsäuregärungsprodukten ist oft erforderlich. Bei einem vorwiegend Ferment-, Vitamin oder Mineralstoffmangel gibt man anstatt. der Sauermilchprodukte Sauerkraut, milchsaure Gurken oder Bohnen oder andere Sauergemüse. Für einen anderen Kranken ist neben der Milchsäure wieder eine reichliche Zufuhr von Eiweiß notwendig (saure Milchprodukte wie Quark, Joghurt usw.). Wo aber eine starke Eiweißverminderung in der Ernährung angezeigt ist, worüber der Arzt entscheidet, wie bei Bluthochdruckkrankheiten, Nierenleiden oder Mastdarmkrebs, muss man auf alle eiweißhaltigen Tierprodukte, wie die vorgenannten Quark und Gervais, ebenso wie auf einen zu reichlichen Genuss von Sauermilch allgemein verzichten. Die pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten im allgemeinen genügend Eiweißprodukte, um das tägliche Eiweißsoll sowohl dem kranken (jedoch. mit Ausnahmen) wie dem gesunden Körper zuzuführen. Die so genannte tierische Kraftkost mit viel Fett, Fleisch und Eiern ist eine irrige Ansicht. Große und kräftige Tiere haben derlei Produkte noch nie genossen.

3, Eine sofortige und völlige Umstellung von einer entwerteten Kost, z. B. aus Weißbrot, Brötchen, Zwieback, Mehlspeisen, Puddings usw., scheitert oft an der Rebellion unserer erschlafften Verdauungsorgane. Man beginne dann zunächst mit kleinen Mengen oder den leicht bekömmlichen milchsauren Mosten oder milchsauren Fruchtsäften und stelle sich dann allmählich immer weiter auf Vollkost um. Bei einer Mangelernährung allzu lange Zeit weiter zu verharren, verbietet der Weg zur Gesundung und Gesunderhaltung.

4. Meine Kostform ist die Grundlage bei allen chronischen Krankheiten und kann bei den verschiedensten Organerkrankungen oder Stoffwechselleiden, mengen- und artmäßig variiert, gegeben werden oder in die schon bestehenden und verordneten Ernährungsvorschriften, wie Magen-, Darm-, Gallen-, Leber-, Nieren-, Haut- und Greisendiät usw., eingebaut werden.

5. Bei der Dosierung von milchsäurehaltigen Lebensmitteln ist zu beachten- Wenn Erstverschlimmerungen auftreten, wie etwa plötzlich stärkere Schmerzen, so muss man von der zurzeit angewandten Dosierung abweichen, evtl. einige Tage das Präparat ganz absetzen, dann wieder tropfenweise mit kleinen Mengen beginnen und allmählich steigern. Man muss hier, wie bei jeder Erkrankung, individuell vorgehen. Die allgemeinen Dosierungsangaben sind also nicht bindend, manchmal nicht einmal angebracht. Bei anhaltender Besserung geht man im Allgemeinen mit der Dosierung zurück und fährt  nur mit, der milchsäurehaltigen Kost fort.

Sollte man nach dem Krankheitsverlauf die reduzierte Dosis nicht für ausreichend halten, so kann man sie wieder erhöhen. Der Arzt muss gerade bei einer isopathischen Behandlung, ob mit milchsäurehältigen Nahrungsmitteln oder mit einem milchsäurehaltigen Präparat, ein Künstler sein. Der Grundsatz «Viel hilft viel» ist bei der Anwendung der isopathiscben Heilregel ein kapitaler Fehler. Bei schwachen Kranken in vorgeschrittenen Fällen beginne man mit schwacher und häufiger Dosierung und steigere dann allmählich. Je individueller die Behandlung, je exakter ihre            Durchführung, umso  schneller und sicherer ist der Erfolg.

Urteile über die Wirkung meiner Kost

Es dürfte von Interesse sein, drei zu kennen: Herr Universitätsprofessor Dr. med. Kürten, München, schreibt in der medizinischen Zeitschrift «Hippokrates», 23, Jahrgang, Heft 16, 1952, in einer Abhandlung, die betitelt ist: «Von der gemeinsamen Rolle der Milchsäure und des Cholins im gestörten Energiestoffwechsel des Krebsträgers und in der internen Krebswachstumshemmung»: «Auf diese Weise fließen also bei der Kuhl-Diät dem gestörten Energiestoffwechsel der Tumorträger dauernd Stoffe zu, die diesen. Stoffwechsel steigern und n o r m a l i s i e r e n  können, sofern der Kranke noch imstande ist, weiter erforderliche Substanzen selbst zu bilden. Die Schrifttumsangaben, welche Erfolge von unblutiger Krebsbehandlung berichten, betonen übereinstimmend Leistungssteigerungen als das erste eindrucksvolle Ergebnis.»

Herr Dr. Jörissen schreibt im Michaelskalender 1954 unter „Kunstdünger und Krebs“

«Die von Kuhl entwickelte Lehre ist unter den unendlich vielen, die es über den Krebs gibt, sicher nicht die schlechteste. Sie macht es verständlich, dass die von ihm empfohlene Diät dem Krebs ins Handwerk pfuscht. Weil Kuhls Diät niemandem schadet, aber unendlichen Segen stiften kann, sei sie genannt.»

Auf dem deutschen Therapiekongress 1954 in Karlsruhe empfahl Herr Prof. Dr. med. Kirchhoff, Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Göttingen, den Ärzten zur Weiterbehandlung der aus der Klinik zur hausärztlichen- Behandlung zurückverlegten Krebskranken u. a. folgendes:

1. keine denaturierte Nahrung, 
2. Joghurt,
3. milchsaure pflanzliche Lebensmittel

 

Dies ist wiederum eine Bestätigung der Richtigkeit meines Weges von höchster Stelle.

Inzwischen sind mehr als fünfzig Jahre vergangen und auch die Erforschung ist in diesen Jahren nicht untätig gewesen. So wurden von einer Vielzahl von Ernährungsforschern auf diesem Gebiete zum Teil neue und wirksamere Erkenntnisse einer gesunden Ernährung zur Vermeidung von Krankheiten als auch zu deren Ausleitung (nicht Bekämpfung) in  jeglicher Art und Weise entwickelt.

Lebenshilfe geht vor Sterbehilfe

Solange nicht alle nur erdenklichen Möglichkeiten, auch jene außerhalb des medizinischen Spektrums in Anspruch genommen bzw. verweigert worden sind, muss man von einer groben Verletzung des Grundrechtes auf Leben für jeden Menschen ausgehen.

Nun ist es an der Zeit, dass Barrieren, Vorbehalte oder Hemmschwellen, die leider immer noch vorherrschen, abgebaut werden. Denn in Verbindung mit der unverzichtbaren Spitzenmedizin – sowohl human- als auch veterinärmedizinisch – können Menschen enorm von den fast uner­schöpflichen, doch leider noch nicht ausreichend in Anspruch genommenen Alternativen bzw. Naturheilmethoden profitieren.

Getreu dem Zitat von Victor Hugo: „Keine Macht der Welt sollte  Ideen aufhalten, deren Zeit bereits längst überfällig ist und in viel zu vielen Fällen sowohl Schmerz, Leid sowie Trauer zu beklagen sind.“