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Kunstdünger und seine Folgen!

Als der Mensch dazu überging, nicht nur Früchte, sondern grösstenteiis ganze Pflanzen (Getreide) zu ernten, verarmten die Böden an lebensnotwendigen Mineralsolzen, Auch die im Erdreich lebenden Kleinstlebewesen fanden immer weniger Nahrung. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Pflanzen selbst an zugreifen.

Mitte des vorigen Jahrhunderts erkannte Justus von Liebig die Bedeutung der Mineralsolze. Seitdem werden Kulturpflanzen regelrecht mit Kunstdünger zugeschüttet. Für sie besteht kein Anlass mehr, ihre Wurzeln tief ins Erdreich hineinzuentwickeln und so auch an seltene, für Tier und Mensch aber lebenswichtige, chrom-, cobalt-, fluor-, jod-, kupfer-, moiybdün-, selen-, zinkhaltige Mineralsalzverbindungen zu gelangen. Alles was sie brauchen, liegt an der Erdoberfläche. Auch die Produktion von Wurzelsäuren, um schwerlösliche Mineraisolze zu' lösen, wurde überflüssig. Diese Aufgabe übernahm die Düngemittelindustrie.

Unter grossem technischem Aufwand überführt sie schwer- bzw. wasseruniösliche Mineraisalze in eine leicht wasserlösliche Form. D.h. Mineralsolze werden in ihre Bestandteile (Ionen) zerlegt. Dann lässt man Ionen, die leicht wasserlösliche Verbindungen eingehen, miteinander reagieren, So wird z.B. aus wasseruniöslichem Calciumpho5phat wasserlösliches Caiciumhydrogenphosphat. Noch starken Regenfällen bleibt von derartigen Mineralsolzen und häufig auch von den Pflanzen selbst nicht allzuviel mehr übrig. Mineralsalze werden in Flüsse, Seen und Meere geschwemmt, wo sie das ökologische Gleichgewicht durch übermüssiges Algenwachstum stören. Das Gefährliche bei einer Intensivdüngung ist, dass sich Nitrationen N03 im Trinkwasser anreichern. Durch Erhitzen oder durch einen niedrigen pH-Wert wie im Magen wird das N03 -Nitrat-Ion zu einem giftigen N02-Nitrit-Ion reduziert (siehe ---> 2.3.4 Was passiert, wenn Nahrung erhitzt wird?).

Mineralsalzgedüngte Pflanzen erreichen ein Vielfaches ihrer normalen Grösse. "Was auf den ersten Blick als gesundes, üppiges Wachstum erscheint, erweist sich bei genauerem Hinsehen unter dem Mikroskop, lediglich als Zellvergrösserung und Einlagerung.von Wasser und inaktiver Speichersubstanzen (d.h. mehr Stärke und Zellulose, weniger Vitamine, ötherische Öle und faulnishemmende Substanzen). Ein Aufblöhprozess, der sich sehr bald in zunehmender Befollsonfölligkeit und abnehmender Fruchtbarkeit bemerkbar macht." (aus Lebende Mokromoleküle als Lebenselixier" von Walter Ostertag, Humata.