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Paracelsus

 

 

Die medizinischen Lehren des Paracelsus

 

Paracelsus war ein bedeutender Arzt und Naturforscher, der von 1493-1541 lebte. Paracelsus war der Arzt und Alchimist, der in der Renaissance die Behandlung von Krankheiten mit chemischen Mitteln einführte. Paracelsus wurde in Einsiedeln in der heutigen Schweiz geboren. Mit 14 Jahren begann er an den führenden Universitäten Europas nach Lehrern zu suchen, deren Auffassung er achten konnte. Da er eine sehr unkonventionelle und direkte Art hatte, verletzte er bald die meisten seiner Lehrer, aber auch andere mit seinen skeptischen Ansichten.

Er zog nach seiner Promotion in Ferrara mehrere Jahre lang durch verschiedene Länder, bevor er Stadtarzt in Basel wurde. Dort kam es zu Streitigkeiten, so dass er nach Salzburg fliehen musste, wo er schließlich starb.

Der Fortschritt der praktischen Medizin zu Anfang des 16. Jahrhunderts ist zum grossen Teil ihm zu verdanken. In der Folgezeit nahmen sich immer mehr Gelehrte seines Wissens an und legten den Grundstein zur heutigen modernen Medizin.

In einer Zeit, in der viele Krankheiten als gottgegeben, als Strafe Gottes oder als Auswirkung einer bösen Seele angesehen wurden, erkannte Paracelsus zum Beispiel, daß Lungenkrankheiten bei Bergarbeitern durch "metallische Dämpfe" oder Kröpfe durch fehlenden Mineralgehalt im Trinkwasser wurden.

Er verfaßte eine Menge medizinischer, naturkundlicher, astrologischer und theologischer Schriften.
Seine wohl bekannteste These, die auch heute noch volle Gültigkeit besitzt, lautet: "Die Menge macht das Gift (Dosis facit venenum)."

Er erkannte, dass externe Einflüsse bei der Entstehung vieler Krankheiten ein große Rolle spielen und sich durch Arzneimittel gezielt bekämpfen lassen. Er gilt damit als einer der Urväter der modernen Pharmazie. In seinen Schriften wandte er sich gegen die damals weit verbreiteteund Viersäftelehre nach Galen andere aus seiner Sicht überholte Ansätze der damaligen Medizin.

Paracelsus legte Wert auf einfache Heilmittel aus der Umgebung. Auch setzte er sich für eine naturgemäße Lebensweise ein, die vorbeugend und heilend wirke. Er verfasste über 500 Schriften, war bei seinen Zeitgenossen jedoch nicht gut angesehen.

Ein häufig verwendetes Zitat von Paracelsus lautet:

  • Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift -
    allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist.


Es wird verkürzt wiedergegeben als "Nur die Dosis macht das Gift" ("Sola dosis facit venenum").

Zur Erforschung des Lebens und Wirkens wurde eine internationale Paracelsus-Gesellschaft gegründet. Der Deutsche Ärztetag verleiht regelmäßig eine Paracelslus-Medaille.

Dennoch erwarb Paracelsus 1510 in Wien den Grad eines Bakkalaureus der Medizin und 1516 in Ferrara den Doktorhut. Um diese Zeit nahm er den Namen Paracelsus an, was soviel heissen sollte wie “über Celsus stehend”, um seine Missachtung gegenüber dem alten römischen Arzt auszudrücken, der damals sehr bewundert wurde.

Reisen führten Paracelsus auch nach Irland, nach Konstantinopel und bis nach Russland. Als Militärarzt nahm er an mehreren lokalen Kriegen teil. Er strebte stets danach, seine Kenntnisse der medizinischen Behandlung zu vervollkommnen und die “verborgenen Kräfte der Natur” zu entdecken. Seine Redegewandheit brachte das Wort “bombastisch” auf, das von seinem Zunamen Bombastus abgeleitet ist. Zeitlebens liess er keine Gelegenheit aus, um akademische Autoritäten lächerlich zu machen. Als er ein Lehramt in Basel annahm, provozierte er die Behörden, indem er die Werke des bekannten griechischen Arztes Galen öffentlich verbrannte. Er verschlechterte seine Situation weiters noch dadurch, dass er seine Vorlesungen für jeden öffnete und sie in Deutsch, statt in Latein abhielt. Aus allen Himmelsrichtungen Europas strömten Studenten zu ihm. Paracelsus blieb jedoch nie lange an einem Ort - wohin er auch kam, machte er sich Feinde und in Basel wurde er sogar aus der Stadt verjagt.

Wie Hippokrates glaube Paracelsus an eine Behandlung, die vom Körper als einem Ganzen ausgeht und an die Heilkraft des Körpers selbst. Es heisst, er habe ein wirksames Mittel gegen die Pest entwickelt - eine Pille aus Teig mit Spuren von Ausscheidungen des Patienten. Er betrachtete magische oder "mentale Kräfte" als wichtig für den Heilungsprozess.

Paracelsus war ein glänzender Diagnostiker. Während er die Astrologie verspottete, suchte er in der Alchimie nach grundlegenden Wahrheiten: “Magie ist eine grosse verborgene Weisheit - Verstand eine grosse offene Torheit”, erklärte er.

Paracelsus war der erste, der davon ausging, dass Lungenkrankheiten von Bergarbeitern durch Einatmen metallischer "Dämpfe" verursacht wurden und nicht von bösen Geistern. Vor ihm hatte auch niemand auf den Zusammenhang zwischen niedrigem Mineralgehalt von Trinkwasser und der Verbreitung von Kröpfen in manchen Gegenden hingewiesen. Seine Beschreibung der Syphilis war eine bahnbrechende Abhandlung, in der erstmals eine Behandlung mit einer Quecksilbermischung vorgeschlagen wurde.

"Die grosse Wundtartzney", die 1536 veröffentlicht wurde, führte ihn auf den Höhepunkt seines Ruhms und brachte ihm Ehrungen von Edelleuten und Fürsten ein. Er liess sich jedoch nicht davon abhalten, bis an sein Lebensende von Stadt zu Stadt und von Land zu Land zu ziehen. Er starb in einem Gasthaus in Salzburg - manche sagen, er sei vergiftet worden, andere, er sei den Verletzungen erlegen, die er erlitten habe, als er betrunken einen Berg

Das Wissen und Wirken des Paracelsus gilt als überaus umfassend. Seine Heilungserfolge waren legendär, trugen ihm aber auch erbitterte Gegnerschaft durch etablierte Mediziner und Apotheker ein, zusätzlich verschärft durch die oft beißende Kritik seitens des Paracelsus an der vorherrschenden Lehrmeinung der Viersäftelehre nach Galen und der bloßen Bücherweisheit damaliger medizinischer Gelehrter. Paracelsus hinterließ zahlreiche deutschsprachige Aufzeichnungen und Bücher medizinischen, astrologischen, philosophischen und theologischen Inhalts, die größtenteils erst nach seinem Tod gedruckt wurden.

Zahlreiche Kliniken sind nach Paracelsus benannt. 2002 wurde die Private Medizinische Universität Salzburg in Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg umbenannt. Auf Initiative dieser Universität fand 1989 auch die erste Paracelus-Messe in Salzburg statt. Seit 1991 wird unter diesem Namen die größte deutsche Gesundheitsmesse in Wiesbaden organisiert.